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Frühling/Sommer/Herbst 2026


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«Euch fehlt ein Verhältnis zur natürlichen Welt, die ihr Umwelt nennt. Bei euch signalisiert der Begriff «Natur» eine Ideologie. Kaum fällt unter Weissen das Wort «Natur», schon kommt der Vorwurf des Idealismus, der Romantik. Natur wird nicht als Bestandteil der realen Welt gesehen. Als Realität versteht man im Westen die Geschäftswelt, in der man sich behaupten muss. Natur gehört nicht zur Realität des modernen Menschen. Wer sich mit der Natur identifiziert, wird im Westen als unrealistisch betrachtet. Ihr vergesst, dass auch ihr Natur seid!...Für uns ist Natur Realität, und unsere von euch so belächelte Naturverbundenheit ist in unseren Augen eine realistische Weltanschauung. Wir trennen uns nicht von der Natur und sehen daher im Gebrauch dieses Wortes auch keine Romantik. Eigentlich sollte es der Dümmste kapieren, dass sauberes Wasser nichts mit Romantik zu tun hat. Die Realität aber zeigt, dass ich mich da irre. Die wissenschaftliche Erkenntnis über die Biologie der Erde hat es nicht einmal auf intellektueller Ebene geschafft, eure geistige Haltung zu beeinflussen. Man sollte annehmen, dass das Raumzeitalter für die Gattung Mensch Sicherheit gewährleistet - aber die moderne Welt ist noch nicht zu dem geworden, was sie vorgibt zu sein. Sicher: Ein paar von euch haben eine Beziehung zu Bäumen und Bergen, eine Bindung, die nicht über den Intellekt läuft. Eure Gefühlsbindung zu Tieren reduziert sich aber bereits wieder auf Haus- und Lieblingstiere. Ihr habt entweder eine übertriebene Bindung oder gar keine. Was euch fehlt, eurer Kultur, eurer Zivilisation, das ist eine natürliche Bindung zu allem nicht-menschlichen Leben. Euch fehlt, was wir unter Spiritualität verstehen». - John Mohawk Sotsisowah, Seneca


Im Buch «Botschafter des Waldes – was uns Bären über uns selbst und unseren Umgang mit der Natur verraten» von Michaela Skuban einer Bärenforscherin aus der Slowakei, habe ich folgende Zeilen gelesen:

Oft denke ich mir: Der slawische Glaube war so liebevoll und mit so viel Magie angefüllt - vielleicht sähe unsere Welt ganz anders aus, würden wir noch immer so denken. Zuerst einmal hatte alles eine Seele, von Steinen angefangen über Pflanzen, Tiere und natürlich bis hin zu uns Menschen. Es gab dabei kaum eine Hierarchie - und alle beseelten Lebewesen waren letztlich gleich viel wert. Man glaubte an freie Seelenwanderung und war überzeugt, dass man im nächsten Leben als Pflanze oder auch als Tier wiedergeboren werden konnte, was nicht schlechter war als die Menschengestalt.

Wow, Deja vu, eben doch…diese Zeilen bestätigen mir was ich schon lange gespürt, geahnt oder vielleicht weil es meine Seele schon immer und lange vor diesem Buch wusste. Auch die Menschen der alten Welt, die heutigen Europäer und somit auch wir Schweizer, glaubten einst, bevor Sie oft nicht ganz freiwillig durch Missionare zu Christen wurden, an eine beseelte Natur, in der alles was ist miteinander verbunden ist.

Mit der Bibel und dem christlichen Glauben, wurde diese seit Anbeginn der Menschheit so anmutige und zauberhafte Weltanschauung aller Menschen dieser Erde, verdrängt und ersetzt durch, die Meinung, dass wir Menschen die sogenannte Krone der Schöpfung sind und uns die Natur und ihre Tiere untertan sind.

Bibel, altes Testament Genesis 1 (Auszug): Dann sprach Gott: «Lasst uns Menschen machen als unser Bild, uns ähnlich! Sie sollen walten über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über die ganze Erde und über alle Kriechtiere, die auf der Erde kriechen». Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes erschuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie. Gott segnete sie und Gott sprach zu ihnen: «Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde und unterwerft sie und waltet über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über alle Tiere, die auf der Erde kriechen»!

Die Bibel und so auch die Genesis ist von Menschenhand geschrieben worden und es gibt keine Gewissheit, dass Gott dem Menschen die Herrschaft über die anderen Lebewesen tatsächlich anvertraut hat. Es könnte ja auch sein, dass der Mensch sich diese Worte ausgedacht hat, um die Herrschaft über die Natur und die Tiere, die er an sich gerissen hat, heilig zu sprechen. Die mit der Heiligsprechung erhaltene Freikarte konnte so wunderbar, wie soviele andere Schandtaten welche unter dem Deckmantel des Glaubens geschehen sind, genutzt werden, um die Natur und ihre Tiere nach eigenem gutdünken, egoistisch und eigennützig auszubeuten und auszunutzen.

Diese Überheblichkeit und Gleichgültigkeit vieler Menschen den Tieren und der Natur gegenüber, die unserer christlichen-abendländischen Kultur entspringt, ist meiner Meinung nach ein Grund am heutigen desolaten Zustand unserer Erde und dem täglichen Wahnsinn der verrückten Menschheit, die uns die Medien täglich um die Augen oder Ohren werfen. Ich weiss nicht genau, ein Schelm wer böses denkt, wieso mir in diesem Frühling öfter als sonst, folgende Zitate, welche ich schon länger in einem Buch gelesen habe…

Der Wald war heilig schon den Heiden, warum muss er unter Christen leiden?

Wenn die Natur, wenn der Wald und seine Tiere geschändet werden, dann – so sagten mir die Indianer – werden die Naturgeister wütend, dann springen sie in die Menschen und machen sie verrückt und selbstzerstörerisch.

Eine Gesellschaft, die sich von der Erde und der Natur absondert, geht dem Wahnsinn und der eigenen Zerstörung entgegen.

…immer und immer wieder durch meine Gedanken geistern. Ja und sie hatten recht, meine indigenen Verbündteten mit ihren jahrtausend alten heiligen Weisheiten. Diese Weisheiten helfen mir zu verstehen, wieso es so ist wie es ist, auf unserem verrückten Planeten Erde. Für viele von uns modernen Menschen, sind diese uralten Weisheiten in unserer grenzlosen egoistischen und naturentfremdeten Überheblichkeit, Worte und Gedanken von  zurückgebliebenen und primtiven Völkern.

Für mich sind diese uralten und heiligen Weisheiten, die so alt wie die Menschheit selbst sind, alles andere als primitiv und rückständig. Für mich sind sie ALLES, ja richtig gelesen ALLES! Sie sind für mich zusammen mit der Natur und ihren Tieren, der Halt und der Leuchturm der mich, auch in stürmischen Zeiten, sicher in die geborgene Umarmung von Mutter Erde zurückführen. Sie sind wie eine hell und warm leuchtende Kerze im Fenster in einer frostigen, stürmischen Winternacht.

Diese uralten heiligen Weisheiten und mit ihnen der unerschütterliche Glauben an das Gute, beschreiben so wunderbar was wichtig ist im Leben. Sie beschreiben was uns  Menschen verbindet, das spirituelle Werte und die Liebe zur Natur alles überstrahlt.  Sie beschreiben auch wofür es sich zu leben lohnt. Nichts und niemand kann uns diese uralte Verbindung zu Mutter Erde und zu allem was lebt und ist, wenn wir diese annehmen und zu verstehen versuchen, egal wo wir leben auf diesem verrückten Planeten, nehmen. 

Wir alle sind verbunden mit dem selben Vater Himmel, wir alle sehen dieselbe Sonne, denselben Mond und dieselben Sterne. Wir alle leben zusammen mit allem was ist auf derselben Mutter Erde, gleich wie Brüder und Schwestern.


Einen sonnigen und farbenfrohen Frühling, an das Gute glauben, niemals aufgeben, alles ist miteinander verbunden und von Herzen!

Im Frühling 2026, Roland Wüthrich



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